Aussegnungshalle, Ötlingen

Karl Göckel 2006

Technische Daten

Einunddreißig Jahre lang stand in der Ötlinger Aussegnungshalle nur ein Harmonium mit unerträglich lärmendem Elektrogebläse. Es stammt aus dem Besitz von Erwin Ruff, vormals Pfarrer an St. Ulrich, Kirchheim. Im Jahr 2006 wurde es in die Aussegnungshalle Lindorf übernommen.

Nach einer oekumenischen Spendenaktion trieb Dekanatsmusiker Thomas Specker die Planung für eine Pfeifenorgel voran. Karl Göckel errichtete im Jahr 2006 eine große einmanualige Kleinorgel mit Pedal. Mit der ungewöhnlichen Anzahl von drei Achtfußregistern ist dem Orgelbauer trotz des nicht vorhandenen Platzes ein Instrument gelungen, das ganz und gar für Trauerfeiern geeignet ist.

Die Aussegnungshalle Ötlingen legitimiert an keiner Stelle ein so raumgreifendes Objekt wie eine Orgel. Eine unlösbare Aufgabe für jeden Orgelbauer. Doch Karl Göckel hat dieser Konstellation das Unglaubliche abgerungen. Er platzierte sein Instrument in der Mitte des rückseitigen Nordfensters, sozusagen als Fenster im Fenster. Plexiglas lässt die silberschimmernde Pfeifenwand durchscheinen. Deren schnurgerader Labienverlauf nimmt Bezug auf den extrem waagrechtbetonten Raum. Die ausgefranzten Pfeifenmündungen stellen diesen wiederum vorsichtig infrage. In der Gesamtwirkung befreit der hochstrebend Pfeifenwald den Raum von mancher Erdenschwere.

Vorderspielig angebaute Klaviatur C – g’’’ Pedal C – f’, Fußtritt für Pedalkoppel. Eingestecktes Notenpult aus Plexiglas, 780 mm breit, 310 mm hoch, 70 mm tief, 16° geneigt. Keine Notenbeleuchtung, kein Pedallicht. Schlüsselschalter  für Motor, Drehung nach rechts, kein Kontrolllicht.
Kein Firmenschild.  Verstellbare Orgelbank, Kurbel links.

Mechanisch, Klaviatur zweischenklig, Oktavmaß 166 mm.
Breite Untertasten: c d e 22,4 mm f  g 22,6 mm a 22,4 mm h 22,6 mm
Breiteste/schmalste Untertaste f, g, h 22,6 mm /c, d, e, a 22,4 mm.
Tastenfall: 11 mm. Obertasten einsinken:  3 mm.
Tastendruck:  125 – 175 g.
Länge Untertasten:  130 mm, Tastenkopf: 46 mm.
Länge Obertasten: 75 mm.
Abstände Obertasten: cis-dis 20 mm, fis-gis 18 mm, gis-ais 18 mm,
ais-cis 32 mm, dis-fis 33 mm.
Koppel: Man-P als Fußtritt
Abstrakten: Aludraht.
Wellenbretter: 1, Wellen und Ärmchen Alu.
Tastenbelag: Untertasten Kunststoff, Obertasten Ebenholz.
Neigung der Klaviatur:  0°.

Manual
Mechanische Spieltraktur mit zweischenkligen Tasten. Tastenfall: 11 mm,
Obertasten sinken ein bis 3 mm über Untertasten. Tastendruck: 125 – 175 g.
Oktavmaß: 166 mm. Tastenteilung: c d e 22,4 mm f  g 22,6 mm a 22,4 mm h 22,6 mm.
Tastenbelag: Kunststoff, Obertasten Ebenholz. Tastenlänge: 130 mm.
Obertasten 75 mm Tastenkopf 46 mm. An der Front  der Untertasten
Prägesigel auf Leder mit dem Firmenlogo Göckel. Zwischenräume Obertasten, am Tastengrund gemessen: Cis – dis 20mm, fis – gis 18 mm, gis – ais 18 mm, dis-fis 32 mm, ais – cis 33mm.

Pedal
Parallel, konkav, Obertasten geschweift. Oktavmaß: 467 mm.
Tastenfall: 160 mm, Obertasten sinken 15 mm über Untertasten ein.
Tastendruck 2125 – 2650 g.
Länge Untertasten – Obertasten: 600 mm, 125 – 190 mm.
Tastenbreite: 22,8 mm. Einschub: 250 mm.
Vertikale Position: 770 mm unter Manual.
Horizontale Position: c° unter cis’.

Mechanisch. Runde Knöpfe aus Ebenholz als Manubrien, darauf weiße eingravierte Schrift à la Times New Roman, keine Nummerierung. Waagrecht angeordnete Registerzüge, .links 3, rechts 2 Züge, Registerstangen aus Holz, Eisenwellen.

Gebläse freistehend im Untergehäuse:
Motordaten: Aug. Laukhuff-  ORGELTEILE D-79990 Weikersheim,  11  76 cbm (m.c.) 6 Min., H.P. 0,22, Volt 220/380,
Tour. (Rotat.) 2800, Period 50, Phas. 3
Weitere Motordaten nicht einsehbar.
Ladenbalg
Windkanal: Flexrohr, Kondukten Flexrohr.
Winddruck: 63,5 mm WS an Pfeifenloch von Principal 8’ c°

Schleiflade, Schwanzventile, Pfeifenstöcke massiv, Schleifen aus Kunststoff, Pfeifenaufstellung chromatisch.

Gesamtpfeifenzahl 210  davon 22 Holzpfeifen

MANUAL
Bourdon 8′ C-H Holz Metallpfeifen nicht zugelötet
Prinzipal 8′ C-H aus Bourdon 8’, 21 Pfeifen im Prospekt
Salizional 8′ C-H aus Bourdon 8’ offene Pfeifen mit Expression
Oktave 4′
PEDAL
Subbass 16′ C Cis akustisch aus Bourdon 8’, D-H Holz in die Seitenwände integriert, c°- f’ aus Bourdon 8’
Octavbass 8′ Gruol
Viol da Gamba 4′ Jurgenson

Stimmung: Gleichstufig temperiert
Absolute Tonhöhe: a’ 437,1 Hz bei 12° Celsius.
Relative Luftfeuchtigkeit: 52,8%,  atmosphärischer Luftdruck: 1022 hPa,
gemessen am 29.11.2014, 22:04 Uhr.

Schallpegel
Ruhe 28 dBA Gebläse 33,6 dBA.
Min 60,2 dBA Max 81 dBA.

Alleinstellungsmerkmal
Die Seitenwände des Gehäuses werden von Subbasspfeifen gebildet

Alleinstellungsmerkmale:
Subbasspfeifen als Seitenwände,
die irreguläre Länge der Prospektpfeifen steigt zum Diskant hin an.

Medien:
Teckbotenarchiv
Ernst Leuze und Wolfgang Znaimer:
Schriftenreihe des Stadtarchivs Kirchheim unter Teck Band 36:
Orgeln unter Teck (S. 341)

Keine andere Instrumente im Raum

Kontakt

Stadtverwaltung Kirchheim unter Teck
Friedhofsamt
Tel.: 07021-502428
Friedhofsamt – Stadtverwaltung

Adresse der Kirche:
Aussegnungshalle auf dem Friedhof Ötlingen
Fichtenstraße 6
73230 Kirchheim unter Teck

 

So finden Sie die Kirche: